Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Institut für Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Forschungsprojekte am ISMG

Laufende Projekte im Rahmen des Lehrstuhls "Sozialmedizin"
(nach Schwerpunkt sortiert)

 

VERSORGUNGSFORSCHUNG

Evaluierung von Qualitätsindikatoren in Notaufnahmen in Bezug auf patientenbezogene Outcomerelevanz (ENQuIRE)
Leitung: Dr. habil. Enno Swart
Bearbeitung: Wencke Schindler, Corinna Reupke
Drittmittelprojekt (Innovationsfonds des G-BA, 01.07.2018 bis 31.12.2021)

In dem Projekt ENQuIRE steht die Verbesserung der Versorgungsqualität in Notaufnahmen im Fokus. Hierfür erfolgt eine Evaluierung spezifischer Qualitätsindikatoren im Hinblick auf ihre Relevanz für patientenbezogene Outcomes.Bisher wurden Qualitätsindikatoren deutscher Notaufnahmen als Parameter zur Begutachtung der Prozess- und Strukturqualität, nicht jedoch in Bezug auf patientenbezogen Outcomes untersucht. Innerhalb des Projektes ENQuIRE wird untersucht, ob solche Prozess- und Strukturindikatoren eine valide Prognose für die mittelfristige Ergebnisqualität zulassen. Hierfür erfolgt eine patientenbezogene Verknüpfung von klinischen Daten aus den Aufnahmeprotokollen von  Notaufnahmen mit Daten der Techniker Krankenkasse aus Abrechnungszeiträumen vor und nach der Behandlung in der Notaufnahme in 2019. Zusätzlich wird eine ausgewählte Patientengruppe in Bezug auf die Einschätzung der eigenen Lebensqualität und Zufriedenheit in zeitlichem Abstand zur Notfallbehandlung befragt.

Die Ergebnisse aus dieser Beobachtungsstudie geben einen Hinweis zu dem tatsächlichen Einfluss von Qualitätsindikatoren auf den Erfolg der Behandlung des Patienten in der Notaufnahme. Ziel ist es, zur wissenschaftlich fundierten Optimierung der Gesundheitsversorgung und somit zur Erfüllung des gesetzlichen Auftrages zur Qualitätssicherung durch den Leistungserbringer beizutragen.

Das Projekt ENQuIRE ist eine Kooperation zwischen der Universitätsklinik für Unfallchirurgie (Gesamtprojektleitung) des Universitätsklinikums Magdeburg, dem Institut für Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie der Universität Magdeburg (ISMG), der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg, der Techniker Krankenkasse, der Hochschule Niederrhein, der Charité Berlin und der Private Universität Witten/Herdecke gGmbH. Dem ISMG obliegen hierbei insbesondere die methodische Projektleitung und das Datenmanagement sowie die Patientenbefragung zur Lebensqualität und Zufriedenheit. Das Projekt wird vom Innovationsfonds des G-BA finanziert (Förder-Kennzeichen: 01VSF 17005).

IKK-IVP (Innovation-Versorgungspartner-Patient)
Leitung: Dr. habil. Enno Swart; Dr. Stefanie March
Bearbeitung: Annemarie Feißel, Corinna Reupke
Drittmittelprojekt (IKK gesund plus, )
Die Intervention IKK-IVP (Innovation-Versorgungspartner-Patient) der IKK gesund plus zielt auf eine spürbare Verbesserung der bedarfsgerechten, sektorenübergreifenden Behandlung bei Patienten mit einer schwerwiegenden Akuterkrankung (Schlaganfall, Herzinfarkt). Die Vereinbarung zwischen den Vertragspartnern aus verschiedenen Leistungssektoren soll dazu beitragen, dass durch spezielle Versorgungsabläufe und die aufeinander abgestimmte Behandlung als Ergänzung der herkömmlichen Regelversorgung die Prozessqualität der Behandlung erhöht und somit ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Ergebnisqualität geleistet wird. Zur Erreichung dieser Ziele soll ein Patientenkoordinator der Kasse die Akteure des Netzwerkes verbinden und die Aufgaben der Vertragspartner koordinieren. Das Projekt IKK-IVP soll garantieren, dass alle relevanten Informationen zum richtigen Zeitpunkt bei den richtigen Personen sind und nicht verloren gehen.

Das neue Versorgungsangebot wird von Wissenschaftlern des Instituts für Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität evaluiert. Die Evaluation besteht aus zwei Modulen. In Modul 1 werden Abrechnungsdaten der Programmteilnehmer_innen genutzt, um das Ausmaß leitliniengerechter Versorgung, den Eintritt oder Verstärkung von Pflegebedürftigkeit sowie die Häufigkeit von Re-Ereignissen und Versterben zu untersuchen. In Modul 2 wird über eine zweimalige Befragung der Programmteilnehmer_innen deren subjektive Gesundheit, mögliche Einschränkungen bei der Ausübung von Alltagsverrichtungen und die Zufriedenheit mit verschiedenen Programmelementen erhoben. Als Kontrollgruppe beider Module dienen Versicherte einer strukturähnlichen gesetzlichen Krankenkasse.Das Programm und die wissenschaftliche Evaluation werden vom Innovationsfond des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert (Förderkennzeichen 01NVF17039).

Integrierte Notfallversorgung: Rettungsdienst im Fokus (Inno_RD)
Leitung: Dr. habil. Enno Swart; Silke Piedmont
Bearbeitung: Janett Powietzka, Linda Zimmermann
Drittmittelprojekt (Innovationsfonds des G-BA, 01.04.2018 - 30.06.2020)

Im Projekt "Integrierte Notfallversorgung: Rettungsdienst im Fokus" (Inno_RD) wird untersucht, wie die Notfallversorgung rund um den Rettungsdienst verbessert werden kann. Unter der Projektleitung des Instituts für Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie (ISMG) werden im Konsortium Versorgungsabläufe, an denen der Rettungsdienst beteiligt ist, quantifiziert und hinsichtlich ihres Optimierungspotenzials bewertet.  

Durch die Verknüpfung von Routinedaten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit Leitstellendaten und Einsatzprotokollen des Rettungsdienstes sowie durch eine Patientenbefragung wird erstmalig das Versorgungsgeschehen vor, während und nach Rettungsdiensteinsätzen systematisch sichtbar machen. Fragestellungen sind beispielsweise: Werden die Patienten in die passende Zielklinik gebracht? Wie häufig und unter welchen Bedingungen kommt es zu Verzögerungen, weil ein Notarzt nachgefordert werden muss? Wie entwickelt sich der Gesundheitszustand des Patienten nach der Versorgung durch den Rettungsdienst weiter? Sind Patientengruppen erkennbar, die anders hätten versorgt werden können?

Auf den Daten aufbauend werden Experten Verbesserungsvorschläge für die Rettungsdienstversorgung ausarbeiten. 

Zum Projektkonsortium gehören der BKK Dachverband, das Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes, die Universitätsklinik für Unfallchirurgie Magdeburg sowie die Abteilung Medizinische Informatik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Das Projekt wird weiterhin durch diverse Dateneigner unterstützt (11 BKK, DRK Landesverband Bayern sowie die DRK Rettungsdienst Heidenheim-Ulm gGmbH).

deutsch_germanAutonomie im Alter (AiA) – Verbundprojekt // EnglishAutonomy in Old Age (english version here)
Gesamtleitung: Prof. Dr. Bernt-Peter Robra, M.P.H.
Bearbeitung: Astrid Eich-Krohm (Projektleitung ISMG), Julia Piel, Daria Schrage
Drittmittelprojekt (EU & Land, 01.01.2016 - 31.05.2019)

Der Forschungsverbund "Autonomie im Alter – Modellregion Sachsen-Anhalt" arbeitet in 19 Projekten unterschiedlicher Disziplinen an fünf Standorten an Lösungen für die Herausforderungen des demografischen Wandels mit dem gemeinsamen Ziel, selbstbestimmtes Altern regional zu fördern.

Ziel des Verbundes ist – anknüpfend an den Strategie- und Aktionsplan für gesundes Altern in der Europäischen Region (2012-2020) der WHO – innerhalb der 3-jährigen Projektlaufzeit ein dynamisches Netzwerk zu initiieren, in dem Wissenschaft, Wirtschaft und die Lebenswelt der Bürger_innen miteinander interagieren. Hieraus ergeben sich neue Netzwerk- und Kooperationsbeziehungen in Sachsen-Anhalt und die sektorenübergreifende Weitergabe von Wissen wird gestärkt.

Die Zusammenarbeit in diesem Forschungsverbund wird vom Team des Zentralprojektes "Autonomie im Alter" (AiA) unter der Leitung von Prof. Dr. Bernt-Peter Robra und Dr. Astrid Eich-Krohm des Institutes für Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie (ISMG) der Medizinischen Fakultät der OvGU projektbegleitend erforscht. Darüber hinaus setzt sich das Team des Zentralprojektes AiA mit aktuellen Alter(n)sbildern auseinander.

Ermöglicht werden das Zentralprojekt und die Teilprojekte des Verbundes durch Fördergelder der EU und eine Kofinanzierung des Landes Sachsen-Anhalt mit einem Gesamtvolumen von rund 11 Millionen Euro.

RHESA  – Das Regionale Herzinfarktregister Sachsen-Anhalt
Leitung: Prof. Dr. Bernt-Peter Robra, M.P.H.
Gesamtprojektleitung: Prof. Dr. Winfried Mau (kommisarisch; Universität Halle)
Drittmittelprojekt (Land Sachsen-Anhalt; Herzstiftung, weitere; 01.01.2013 - voraus. 2019)

Die altersstandardisierte Mortalität bei Herzinfarkt lag im Jahr 2011 in Sachsen-Anhalt um 43% über dem Bundesdurchschnitt (Deutscher Herzbericht 2011). Damit nahm Sachsen-Anhalt bundesweit die Spitzenposition ein. Bisher liegen aber keine standardisiert erhobenen Daten zur Ursache dieser erhöhten Mortalität vor.  Das Ziel ist es, in einer städtischen und einer ländlichen Wohnbevölkerung des Landes Sachsen-Anhalt eine regionale Herzinfarktregistrierung zu etablieren, um zu untersuchen, durch welche strukturellen und prozessualen Determinanten sich die überdurchschnittlich hohe Mortalität am akuten Myokardinfarkt im Land Sachsen-Anhalt erklären und durch welche Maßnahmen sie sich gezielt beeinflussen lässt.

Im Jahr 2016 wird das Projekt gefördert vom Ministerium für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt, IKK gesund plus, AOK Sachsen-Anhalt, Verband der Ersatzkassen e. V., Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, Deutsche Herzstiftung e.V. und dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG).

 Wie erleben klinisch tätige KardiologInnen in Sachsen-Anhalt die Versorgung von PatientInnen mit Herzinsuffizienz an den Versorgungsschnittstellen zur Hausarztpraxis?
Leitung: Dr. Anke Spura; PD. Dr. Enno Swart
Bearbeitung: Florian Wanwitz
Haushaltsprojekt (01.4.2018 - 30.04.2021)
 

Die Herzinsuffizienz ist der gemeinsame Endpunkt einer Vielzahl kardiologischer Erkrankungen. Sie stellt aufgrund der schon langjährigen Zunahme ihrer Prävalenz im Zuge der demographischen Alterung ein relevantes Versorgungsproblem sowie einen Kostenfaktor im Gesundheitswesen dar.

Aufgrund dieser Entwicklung wird die sektorenübergreifende Versorgung in absehbarer Zeit an Bedeutung gewinnen um PatientInnen mit Herzinsuffizienz mit den begrenzten Ressourcen des Gesundheitssystems ausreichend zu versorgen.

Bisher vorliegende qualitative Studien zur sektorenübergreifenden Versorgung in Deutschland beschreiben strukturelle Probleme und Mängel an den Schnittstellen zwischen ambulanter hausärztlicher und stationärer Versorgung aus Perspektive der beteiligten ÄrztInnen.
Dabei verbessert eine kontinuierliche, intersektoral abgestimmte Versorgung die Lebensqualität der PatientInnen, vermeidet (Re-)Hospitalisationen und hat darüber hinaus Potential Kosten einzusparen.

Krankenhäuser sind wichtige Schaltstellen bei der Versorgung von Herzinsuffizienz, in denen insbesondere ressourcenintensive Diagnostik und Therapien durchgeführt und Notfälle versorgt werden. Trotz der Bedeutung des stationären Sektors bei der Versorgung der Herzinsuffizienz wurde die Perspektive der klinisch tätigen ÄrztInnen erst in wenigen wissenschaftlichen Arbeiten untersucht. Dabei könnte gerade die Kenntnis dieser Sichtweise auf die Versorgung mögliche Probleme der sektorenübergreifenden Versorgung bei Herzinsuffizienzpatienten aufdecken.

Wie Versorgungsprozesse aus dem stationären Sektor in dem ambulant hausärztlichen Versorgungssektor und umgekehrt in der Praxis ablaufen, welche förderlichen und hinderlichen Bedingungen bestehen, welche praktischen Lösungsstrategien bei den Schnittstellenaufgaben ggf. entwickelt werden, soll in diesem Promotionsprojekt aus den konkreten ärztlichen Erfahrungswelten rekonstruiert werden.

Dafür werden leitfaden-gestützte Experteninterviews mit in Sachsen-Anhalt im Krankenhaus tätigen KardiologInnen geführt, um deren Sichtweise auf die intersektoralen Prozesse zu untersuchen. Die erzeugten Daten werden anschließend einer Inhaltsanalyse in Anlehnung an Meuser& Nagel ausgewertet. Erkenntnisse aus dieser qualitativen Studie sollen dazu beitragen, die Prozesse und Probleme an der intersektoralen Schnittstelle besser zu verstehen und so neue Impulse zur Verbesserung der Versorgung von Herzinsuffizienz-Patienten zu erhalten.

Das Projekt wurde von der Ethikkommission der Universität Magdeburg positiv begutachtet (Az 203/18).

Die ambulant-stationären Schnittstellen bei der Versorgung von Herzinsuffizienz aus der Sicht von Hausärzten. Eine qualitative Studie
Leitung: Dr. Anke Spura; PD. Dr. Enno Swart
Bearbeitung: Gregor Stallmann
Haushaltsprojekt (01.4.2018 - 30.04.2020)

Patienten durchlaufen im deutschen Gesundheitssystem häufig verschiedene Instanzen des ambulanten und stationären Versorgungssektors. Kommunikative und organisatorische Prozesse spielen beim Sektorenübergang eine große Rolle.

Eine zentrale Stellung der Koordination nehmen dabei HausärztInnen ein.

Im Rahmen dieser qualitativen Studie sollen am Beispiel des besonders versorgungsintensiven Krankheitsbildes der Herzinsuffizienz die hausärztliche Sicht auf und der Umgang mit Schnittstellenprozessen erfasst werden und die unterschiedlichen Versorgungsrealitäten von HausärztInnen in ländlichen und urbanen Regionen Sachsen-Anhalts abgebildet werden.

Problematische Aspekte der Versorgung können somit offen gelegt werden, woraus sich  gegebenenfalls Ansatzpunkte zur Verbesserung von Schnittstellenprozessen ergeben.

Die Datenerhebung erfolgt mittels leitfadengestützter Experteninterviews mit HausärztInnen.

 Wie erleben Herzinsuffizienzpatient_Innen die medizinische Versorgung in Sachsen-Anhalt an der Schnittstelle ambulant-hausärztlicher und stationärer Versorgung?
Leitung: Dr. Anke Spura; PD. Dr. Enno Swart
Bearbeitung: Matthias Dörfler
Haushaltsprojekt (01.4.2018 - 30.04.2020)

Herzinsuffizienz (HI) ist eine epidemiologisch relevante Erkrankung und stellt für das Gesundheitswesen einen wichtigen medizinischen Versorgungsauftrag dar. Im Jahr 2015 war die HI die zweithäufigste Diagnose, welche zu einer stationären Versorgung im Krankenhaus geführt hat. 

Krankheitsverläufe chronisch kranker Patienten stellen ein komplexes Krankheitsgeschehen dar, an dessen Therapie und Diagnostik multidisziplinäre Versorger (stationärer und ambulanter Sektor) beteiligt sind, die den Krankheitsverlauf kontinuierlich nachverfolgen.

Das Projekt untersucht mit Hilfe von narrativen, leitfadengestützten Interviews, wie die Patient_Innen ihre medizinische Versorgung an der Schnittstelle ambulant-hausärztlicher und stationärer Versorgung erleben und wie zufrieden sie damit sind. Hierbei werden unter anderem Fragen zu der Krankheitsgeschichte des/der Patient_Innen gestellt und ihrer Sicht auf die Kommunikation, Koordination und Informationsweitergabe an der Schnittstelle.

Als Auswertungsmethode wird die zusammenfassende und strukturierende Inhaltsanalyse nach Mayring angewendet.

Die Ergebnisse sollen zu einem besseren Verständnis an der Schnittstelle führen und Ansätze für das Erreichen einer höheren Patientenzufriedenheit ermöglichen.

Das Projekt wurde von der Ethikkommission der Universität Magdeburg positiv begutachtet (Az. 202/18).

SEKUNDÄRDATENANALYSEN

Bundesweite einheitliche Wissenschaftliche Evaluation von Modellprojekten nach § 64b SGB V (EVA64)
Leitung am ISMG: PD Dr. Enno Swart; Projektleitung insg.: Prof. Dr. Jochen Schmitt, M.P.H. (Universitätsklinikum Dresden)
Bearbeitung: Dr. Stefanie March
Drittmittelprojekt (Konsortium von mehr als 50 GKVn; 01.09.2015 - 31.08.2026)

Bei Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen ist eine sektorenübergreifende und gut vernetzte Behandlung durch die einzelnen Leistungserbringer von größter Bedeutung für den Behandlungserfolg. Forscher des Instituts für Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie (ISMG) bringen daher ihre Expertise zur Analyse von Sekundärdaten in das Projekt ein. Ziel der wissenschaftlichen Evaluation ist die Messung von Effektivität, Kosten und Effizienz der Modellvorhaben zur Verbesserung der Versorgung von psychisch kranken Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

In einer elfjährigen Evaluationsstudie, kurz „EVA64“, werden unter Federführung von Versorgungsforschern (Leitung: Prof. Dr. Jochen Schmitt vom Zentrum für evidenzbasierte Gesundheitsforschung Dresden) und klinischen Partnern des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus der TU Dresden und dem Wissenschaftlichen Institut für Gesundheitsökonomie und Gesundheitssystemforschung (WIG² GmbH) aus Leipzig die medizinischen und gesundheitsökonomischen Effekte von Modellvorhaben zur Stimulierung stationsersetzender, also teilstationärer oder ambulanter Leistungen bei Menschen mit psychischen Erkrankungen untersucht.

Vorgesehen ist eine prospektive und retrospektive sekundärdatenbasierte – das heißt auf Abrechnungsdaten der GKV basierende - Parallelgruppenstudie. Die Interventionsgruppe der jeweiligen Modellkliniken wird jeweils mit einer geeigneten Kontrollgruppe verglichen, das heißt mit Patienten aus Kliniken, die nicht Teil der Modellverträge sind. Auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Nutzung von Sekundärdaten besitzt das ISMG eine ausgesprochene Expertise.

 Kompetenznetz Sekundär- und Registerdaten im Rahmen der NAKO Gesundheitsstudie
– 2. Förderphase
Leitung am ISMG: PD Dr. Enno Swart
Bearbeitung: Dr. Christoph Stallmann, Annemarie Feißel
Drittmittelprojekt (BMBF, 01.05.2018 - 30.04.2023)

Das Forschungsvorhaben "NAKO Gesundheitsstudie" (NAKO) hat sich zum Ziel gesetzt, Risikofaktoren und ätiologische Mechanismen für multifaktoriell bedingte, chronische Krankheiten und ihrer frühen Krankheitsstadien zu identifizieren. Hierfür werden in einer prospektiven Kohortenstudie deutschlandweit ca. 200.000 Teilnehmer zwischen 20 und 69 Jahren untersucht und zunächst über einen Zeitraum von 10 Jahren nachverfolgt.
Das Institut für Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie arbeitet als koordinierender Knoten mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie BIPS im "Kompetenznetz Sekundär- und Registerdaten" innerhalb der NAKO. Hauptziel des Kompetenznetzes ist die Anreicherung der NAKO Forschungsdaten um retro- und prospektive Gesundheits-und Sozialdaten im Rahmen des passiven Follow-ups der Teilnehmenden. Diese zusätzlichen, sehr detaillierten gesundheitsbezogenen Informationen helfen, chronische Erkrankungen in Entstehung und Verlauf besser zu verstehen. Relevante Dateneigner sind gesetzliche und private Krankenversicherungen, epidemiologische und klinische Krebsregister, das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland, die Deutsche Rentenversicherung sowie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit. Aufgrund der hohen Sensibilität der zu erschließenden Daten ist deren Übermittlung und Nutzung mit hohen datenschutzrechtlichen Anforderungen verbunden, die das KompN umsetzt und fortlaufend überwacht. In der 2. Förderphase werden weitere Kooperationen mit Dateneignern aufgebaut und bereits bestehende weiterhin gepflegt. Der Fokus wird auf der Aufbereitung und Validierung von Sekundär- und Registerdaten für deren Integration in die NAKO Forschungsdatenbank liegen.
Die Gesamtprojektleitung liegt beim Trägerverein NAKO e.V..

 Wirksamkeit sektorenübergreifender Versorgungsmodelle in der Psychiatrie – eine prospektive, kontrollierte multizentrische Beobachtungsstudie (PsychCare)
 Leitung am ISMG: PD Dr. Enno Swart; Projektleitung insg.: Prof. Andrea Pfennig (Technische Universität Dresden)
Bearbeitung: Linda Zimmermann
Drittmittelprojekt (Innovationsfond G-BA, 01.07.2017 - 30.06.2020)

In einer kontrollierten prospektiven multizentrischen Studie werden die Wirkungen (Nutzen, Kosten, Effizienz) von psychiatrischen Modellprojekten nach §64b SGB V aus Sicht von Patienten, Angehörigen und Behandlern im Vergleich zur Regelversorgung untersucht. Dazu werden in jeweils zehn Modell- und Kontrollkliniken Patienten mit definierten psychiatrischen Diagnosen (u.a. Suchterkrankungen, affektive Störungen, Schizophrenie) zu Beginn der Behandlung und nach neun bzw. 15 Monaten zu ihrer Lebensqualität und Behandlungszufriedenheit befragt. Zusätzlich werden gesundheitsökonomische Indikatoren der Effektivität und Effizienz erhoben. Zusätzlich werden bei Vorliegen eines individuellen Einverständnisses der Studienteilnehmer deren GKV-Abrechnungsdaten zur Abbildung von Behandlungsverläufen analysiert und mit den übrigen Studiendaten individuell verlinkt. In der Verantwortung des ISMG liegt die Organisation dieser Datenintegration unter Gewährleistung datenschutzrechtlicher Auflagen inkl. der Entgegennahme, Prüfung und Aufbereitung der GKV-Abrechnungsdaten sowie ihrer anschließenden Übermittlung an die Konsortialpartner.

Verwertungspotenzial: Die Studie verspricht inhaltlich wichtige Rückschlüsse für die Optimierung des medizinischen Outcomes und der Qualität der Versorgung psychisch kranker Menschen sowie methodisch Erkenntnisse darüber, wie unter Wahrung des Datenschutzes und unter Berücksichtigung unterschiedlicher Datenstrukturen der beteiligten Krankenkassen eine kassenübergreifende Evaluation von Modellvorhaben möglich ist.

Das Projekt wird von Prof. Andrea Pfennig der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Technische Universität Dresden, geleitet. Beteiligt sind weiterhin die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universitätsklinik Würzburg, die Hochschulklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Medizinische Hochschule Brandenburg, die WIG2 GmbH, das Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) der TU Dresden sowie sechs gesetzliche Krankenkassen (GKV).

 Gesundheitsförderung und Prävention im Setting Quartier (Gesunde Quartiere)
Leitung am ISMG: PD Dr. Enno Swart; Projektleitung insg.: Prof. Joachim Westenhöfer (HAW Hamburg)
Bearbeitung: Maria Schimmelpfennig
Drittmittelprojekt (Landesforschungsförderung des Hamburger Senats, 01.07.2017 - 30.06.2020)
 

Ziel des Forschungsverbundes ist es, Methoden zu entwickeln, mit denen die gesundheitliche Lage in städtischen Quartieren veränderungssensitiv beschrieben werden kann, und mit diesem Instrumentarium die gesundheitliche Lage verschiedener Hamburger Quartiere mit unterschiedlicher Ausprägung der sozialen Lage zu untersuchen. Mittels eines partizipativen Ansatzes werden Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität in ausgewählten sozial benachteiligten Quartieren entwickelt, umgesetzt und evaluiert. Neben quantitativen und qualitativen Erhebungen in ausgewählten Quartieren Hamburgs unterschiedlicher Sozialstruktur sollen Abrechnungsdaten kooperierender Krankenkassen und der kassen(zahn-)ärztlichen Versorgung Hamburgs für eine kleinräumige Darstellung der Morbidität und der Inanspruchnahme einer Vielzahl medizinischer Leistungen, inkl. solcher der Prävention, genutzt werden. Für die Evaluation spezifischer Interventionen oder von Präventionsmodelle wird im weiteren Projektverlauf eine individuelle Verlinkung von Primär- und Sekundärdaten angestrebt. Die erschlossenen Abrechnungsdaten sollen bei der Entwicklung eines kleinräumigen Gesundheitsinformationssystems berücksichtigt werden. Das ISMG unterstützt als externe Partner mit seiner speziellen Expertise in Sekundärdatenanalyse die anderen Forschungseinrichtungen.

Durch das Projekt werden die Voraussetzungen für die Evaluation langfristiger Interventionseffekte in einem cluster-randomisierten Studiendesign auf Basis von Primär- und Sekundärdaten geschaffen. Der Forschungsverbund erarbeitet eine verlässliche Datenbasis zur Gestaltung und Evaluation von Gesundheitsförderungs- und Präventionsmaßnahmen im Setting Quartier. Die Gesamtleitung des Projektes liegt bei Prof. Westenhöfer der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg.

Erstellung einer Guten Praxis Datenlinkage
 Leitung: Dr. Stefanie March Haushaltsprojekt (01.01.2016 - 31.12.2020)

Die Zusammenführung von Primär- und Sekundärdaten wird vielfach als Chance für die epidemiologische Forschung gesehen. Der Ansatz eines von Anfang an angelegten Datenlinkage von Primär- und Sekundärdaten wird allerdings in Deutschland erst seit wenigen Jahren verfolgt. Die damit verbundenen organisatorischen und datenschutzrechtlichen Herausforderungen sind beträchtlich und erfordern eine profunde Kenntnis von Voraussetzungen und Möglichkeiten, aber auch Limitationen der Sekundärdatenanalyse. Aufgrund der vielfältigen Erfahrungen am ISMG mit Datenlinkage wird unter dessen Federführung eine ”Gute Praxis Datenlinkage” in Ergänzung des im Jahr 2018 veröffentlichten ”Status Quo Datenlinkage” (https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/s-0043-125070) entwickelt, die für Forscher_innen Handlungsempfehlungen für derartige Studiendesigns geben soll. Die Entwicklung wird vorangetrieben durch eine gemeinsame Projektgruppe, bestehend aus 22 Experten der Arbeitsgruppen ”Erhebung und Nutzung von Sekundärdaten” (AGENS) der Deutschen Gesellschaft f¨ur Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) und der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi) und ”Validierung und Linkage von Sekundärdaten” des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung (DNVF) sowie der TMF - Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V.. Die Publikation einer ersten Version ist für Anfang 2019 vorgesehen, die anschliesend einem systematischen Reviewprozess unter Einbezug der epidemiologisch orientierten Fachgesellschaften zugeführt werden soll.

BERUFSBILDUNGSFORSCHUNG

aktuell keine Projekte (Stand 2019)

 

Laufende Projekte im Rahmen des Lehrstuhls "Gesundheitsökonomie"

 Identification of essential factors in medical decision-making
Leitung: Prof. Dr. Dr. Bodo Vogt
Bearbeitung: Dr. Thomas Neumann, Carolin Deistler
 Drittmittelprojekt (EU - EFRE Sachsen-Anhalt; 01.11.2017 - 31.10.2019)

Scarcity of resources is a central assumption of economic research. In the area of health economics, scarcity of resources becomes particularly apparent when it comes to limitations in healthcare benefits. For an efficient allocation of scarce resources, healthcare research must be aligned with the needs of patients and medical professionals. Thereby, the quality of patient care can be improved and the probability of commercial success of innovations in the market can be increased. In this project, Conjoint Analysis is applied to investigate the utility requirements of physicians and patients in

diagnosis and therapy procedures. In terms of participatory decision-making, the project aims to improve the inclusion of patients in the decision-making process about the choice of treatment. A final goal of the application of this methodology is to show that an early assessment of the stakeholders utilities improves the outcome of the innovation process. This project is funded by the European Regional Development Fund under the operation number ťZS/2016/04/78123ťas part of initiative ”Sachsen-Anhalt WISSENSCHAFT Schwerpunkte.

Abgeschlossene Projekte des Instituts finden Sie auf den Seiten des Forschungsportals Sachsen-Anhalt oder ab 2015 in unserem Archiv.

Eine Übersicht über unserer Partner ist unter dem Menüpunkt "Kooperationen" zu finden.

Letzte Änderung: 06.05.2019 - Ansprechpartner: Silke Piedmont
 
 
 
 
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